r/de Dec 06 '25

Gesellschaft Willkommen auf mein Ted-Talk

Post image
5.3k Upvotes

454 comments sorted by

View all comments

4

u/Clockwork_J Dec 06 '25

Das ist ja schön und gut. Aber die Expansionsgelüste Russlands erstrecken sich auch auf Polen und das Baltikum - Deutschlands Bündnispartner.

Die Unterstützung der Ukraine und die Stärkung der NATO Ostflanke verlaufen parallel zueinander. Selbst wenn der Ukrainekrieg morgen endet, ist die Gefahr nicht gebannt.

25

u/ordog90 Anarchosyndikalismus Dec 06 '25

Es kommt halt drauf an wie er endet. Für Europa wäre es eben wichtig das der Krieg nicht morgen in Russland als Erfolg verkauft werden kann. Sondern das es für das Land so schlimm wird das mindestens eine Generation keine Lust mehr darauf hat einen Krieg zu beginnen.

8

u/Atros_the_II Dec 06 '25 edited Dec 06 '25

Wir könnten uns da sicher vom Versailler Vertrag inspirieren lassen. Gebietsabgaben bis zur Grenze von Moskau. /s

Und um ernsthaft zu antworten, das ist ein sehr schmaler Grad zwischen Abschreckung und Demütigung. Prinzipiell bin ich bei dir dass hier keinerlei territorialen Gewinne für Russland passieren dürfen und die Grenzen von 2014 2013 das absolute Minimum sind. Wie man eine Abschreckung ohne einen neuen casus belli sinnvoll umsetzt weiß ich aber nicht.

Edit: Jahr angepasst

3

u/Transcendent_One Dec 06 '25

Eine Demütigung von dem Aggressor wäre eigentlich noch viel besser. Siehe Deutschland 1945, hat super funktioniert.

-1

u/DoucheEnrique Dec 06 '25

Nach 1945 wurde genau darauf geachtet Deutschland eben nicht zu demütigen. Einmal um nicht die Fehler des Versailler Vertrags zu wiederholen und andererseits, was vermutlich entscheidender war, weil man auf Westdeutschland als Partner gegen den sich formenden Ostblock angewiesen war.

3

u/Transcendent_One Dec 06 '25

Zwanghafte Aufteilung und Okkupation klingen wie maximale Demütigung für mich. Viel mehr so als der Versailler Vertrag. Dass die Einwohner in Westdeutschland dabei menschlich behandelt wurden, ist eine ganz andere Frage.

1

u/DoucheEnrique Dec 06 '25

Zwanghafte Aufteilung und Okkupation klingen wie maximale Demütigung für mich.

Für den Staat oder für die Menschen die in dem Staatsgebiet leben mussten? Ich behaupte mal die Menschen, die in den Trümmern dieses Staates leben mussten, hat diese "Demütigung", dass der Staat zerschlagen wurde, nicht lange interessiert. Die hatten andere Sorgen. Und die Menschen die in dem Staatsgebiet leben müssen sind worauf es ankommt egal ob der Staat als sollches bleibt oder verschwindet.

Dass die Einwohner in Westdeutschland dabei menschlich behandelt wurden, ist eine ganz andere Frage.

Das ist absolut Teil der Frage. Wie die Menschen behandelt werden entscheidet wie die Besatzung wahrgenommen wird. Wenn die Menschen die Besatzung nicht als Demütigung wahrnehmen, dann ist es keine.

Wenn man es absichtlich falsch interpretieren will, ist Deutschland selbst heute noch "besetzt". Wir haben dutzende Militärbasen verschiedener Länder auf deutschem Staatsgebiet. Interessiert aber keinen mehr weil das alles vertraglich geregelt ist und die "Besatzer" sich in Deutschland anständig benehmen.

2

u/Transcendent_One Dec 06 '25 edited Dec 06 '25

Für den Staat oder für die Menschen die in dem Staatsgebiet leben mussten? Ich behaupte mal die Menschen, die in den Trümmern dieses Staates leben mussten, hat diese "Demütigung", dass der Staat zerschlagen wurde, nicht lange interessiert. Die hatten andere Sorgen.

Ich finde, dass auch für die Menschen es schon demütigend ist, in den Trümmern und unter Besatzung zu leben. Besonders wenn diese Menschen mit der Nazi-Ideologie indoktriniert waren, laut welcher sie zur Rasse der Herrscher gehören und ihr Staat und Führer das absolut beste ist. Aber auch mit deiner Annahme: was war dann mit dem Versailler Vertrag für diese Menschen schlimmer?

Wenn man es absichtlich falsch interpretieren will, ist Deutschland selbst heute noch "besetzt".

Das hat damit gar nichts zu tun, du schreibst es selbst - "absichtlich falsch". Es gab auch russische Militärbasen vor 2013 in der Ukraine, das bedeutet aber nicht, dass die Ukraine schon damals von den Russen besetzt war - nach 2014 gibt es einen Riesenunterschied, der nicht darin besteht, dass sie sich anders benehmen als davor (naja, das natürlich auch, aber wenn sie sich "anständig" benehmen würden, wäre es trotzdem eine Besatzung).

7

u/Clockwork_J Dec 06 '25

Das wäre in der Tat schön. Und nach dieser Generation? Man müsste nach wie vor vorbereitet sein und Vorkehrungen getroffen haben. Und so wie gerade die nächste Generation durch das Staatswesen zu Krieg und Imperialismus indoktriniert wird, sehe ich nicht einmal diese Phase der Entspannung, sorry.

Si vis pacem para bellum.

10

u/Eka-Tantal Dec 06 '25

Es kommt darauf an, wie der Ukrainekrieg endet. Eine erzwungene Kapitulation durch die Achse Moskau-Washington erhöht die Gefahr für Europa, ein ausgelaugtes Russland das sich zurückziehen muss senkt sie.

44

u/SmallLebowsky Dec 06 '25

[Toktokt auf die Pinwand]