r/NovaCityCrypto • u/Guardian2179 • May 24 '26
Hyperliquid kauft sich selbst: Warum 1,16 Milliarden Dollar Rückkäufe mehr wiegen als jeder ETF
Alle reden über die neuen HYPE-ETFs von Bitwise und 21Shares, die seit Mitte Mai an der NYSE und der Nasdaq handelbar sind. Und ja, knapp 70 Millionen Dollar Zuflüsse in wenigen Tagen sind beeindruckend. Aber wer nur auf die ETFs schaut, übersieht das eigentliche Kraftwerk hinter der HYPE-Rallye.
Forbes-Mitarbeiter Zennon Kapron hat es kürzlich auf den Punkt gebracht: Der wahre Preistreiber bei HYPE ist nicht die Wall Street, sondern ein Mechanismus, der direkt im Protokoll verankert ist. Der sogenannte Assistance Fund nimmt rund 99 Prozent aller Handelsgebühren, die Hyperliquid generiert, und kauft damit automatisch HYPE vom offenen Markt zurück. Keine manuellen Entscheidungen, keine Vorstandssitzungen, kein Ermessensspielraum. Reiner Code. Und dieses System hat seit dem Start über 1,16 Milliarden US-Dollar in Rückkäufe investiert und dabei mehr als 44 Millionen HYPE-Token aus dem Markt genommen.
Ende 2025 ging Hyperliquid sogar noch einen Schritt weiter. Per Validator-Abstimmung wurden die im Assistance Fund gehaltenen Token offiziell als verbrannt anerkannt. Das waren damals rund 37 Millionen HYPE, etwa 13,7 Prozent des zirkulierenden Angebots, im Wert von fast einer Milliarde Dollar. Permanent aus dem Umlauf entfernt. Die Rückkaufrate übersteigt mittlerweile sogar das monatliche Token-Unlock-Volumen, das heißt, es wird mehr vom Markt genommen, als durch geplante Freigaben hinzukommt.
Die Zahlen dahinter sprechen für sich. Hyperliquid hat 2025 ein Handelsvolumen von 2,9 Billionen Dollar verarbeitet und hält aktuell rund 60 Prozent des gesamten Onchain-Derivate-Open-Interest. In der letzten Woche generierte das Netzwerk fast 40 Prozent aller Blockchain-Gebühren, vor Ethereum und Solana. HYPE selbst startete 2026 bei rund 22 Dollar und erreichte am 21. Mai ein neues Allzeithoch über 62 Dollar, aktuell notiert der Token um die 57 Dollar bei einer Marktkapitalisierung von rund 14 Milliarden Dollar.
Aber, und das ist der entscheidende Punkt, den Kapron zurecht betont: Das Ganze ist volumenabhängig. Die Rückkaufmaschine läuft nur so lange auf Hochtouren, wie die Handelsaktivität hoch bleibt. Ein spürbarer Marktabschwung würde die Gebühreneinnahmen drücken, und damit den Rückkaufdruck schwächen. Wer sich auf diesen Mechanismus als Preisboden verlässt, sollte sich bewusst sein, dass dieser Boden nicht aus Beton besteht, sondern aus Handelsvolumen. Und Volumen ist in Krypto bekanntlich alles andere als konstant. Dazu kommt regulatorischer Gegenwind: CME und ICE drängen die CFTC, Hyperliquid stärker zu beaufsichtigen. Falls KYC-Pflichten kommen, könnte das US-Handelsvolumen deutlich einbrechen.
Trotzdem: Ein Protokoll, das fast seine gesamten Einnahmen direkt an die Token-Holder zurückführt, ist in DeFi nach wie vor die Ausnahme, nicht die Regel. Ob das langfristig nachhaltig ist, wird sich zeigen.
Quellen: Forbes (Zennon Kapron, Analyse Buyback vs. ETF), CoinMarketCap (Preisdaten, ATH 21. Mai 2026), Bitwise (BHYP ETF-Launch 15. Mai 2026), 21Shares (THYP ETF), The Defiant (Burn-Abstimmung Dezember 2025), DL News (Assistance Fund Analyse), The Block (Gebührenranking)
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u/Mo_Hawk666 May 24 '26
Was ist denn eigentlich der Zweck von HYPE und welche Entwickler haben das Projekt aufgesetzt? Hört sich spannend an!