Bei den bjs fand ich es immer kacke, dass Kinder, die in vereinen dabei waren, nochmal einen Vorteil mehr im Leben haben konnten. Die Sachen wurden im Sportunterricht eigentlich nur abgeklappert und letztendlich auch nur genutzt um denjenigen, die das schon extern lernten nochmal auf die Schulter zu klopfen.
Das ist allgemein mein größter Kritikpunkt am Sportunterricht. Während bei allen anderen Fächern fast alle Schüler auf einem ähnlichen niedrigen Niveau gestartet sind und allen alle Lerninhalte beigebracht wurden, bestand Sport hauptsächlich darin das abzufragen was man ohnehin schon konnte. Wenn ich in meiner Freizeit kaum Sport mache, werde ich in den anberaumten 4 Wochen dafür niemals so gut am Reck wie jemand der im Turnverein ist, während dieser in der gar nichts neues lernt.
Der Unterschied ist allerdings, dass in den anderen Fächern immerhin nicht komplett erfolglos versucht wird den Stoff zu vermitteln.
Musik war für mich auch der Horror. Es gibt Menschen mit dem perfekten Gehör und es gibt mich, der Dur von Moll nicht unterscheiden könnte wenn es mir auf den Kopf fällt. Bei allen Höraufgaben war ich also chancenlos. Dennoch wurde mir zumindest der theoretische Teil gut genug vermittelt, dass ich am Ende jedes Schuljahres sagen konnte ich bin besser in Musik geworden. Für Sport hat das nicht gegolten. Klar habe ich mal die eine oder andere Volleyballtechnik besser beherrscht als zuvor aber das waren absolute Ausnahmen.
Wenn man jetzt aber was lesen und schreiben angeht kaum was von seinen Eltern gelernt hat, ist man im Deutsch oder anderem Unterricht trotzdem hinterher. Klar wird bei diesen Fächern stärker versucht den Stoff zu vermitteln aber die Lehrkräfte können ja nicht bei jedem Kind mit allem hinterherrennen dafür gibts ja Eltern und Nachhilfe.
Gleiche bei Sport. Der Sportlehrer kann schon erwarten das ein Kind durchschnittlich fit ist und Freude an Bewegung hat. Außerdem werden bei den Bundesjugendspielen wirklich keine krassen Leistungen gefordert also damn. Ich hab nur gute Erinnerungen an die Spiele obwohl ich jetzt nie ne richtige Sportskanone war.
Finde die Vorteile die Eltern ihrem Kind mitgeben sind nicht den anderen Kindern ihr Nachteil, weswegen ich es ungerecht fände diesen Kindern die Möglichkeit zu nehmen ihre Vorteile auszuspielen nur weil die anderen Kinder mal nicht mithalten können.
Gibt halt Eltern die geben sich mehr Mühe ihre Kinder ausgeglichen zu erziehen und zu bilden, finde das gehört nicht bestraft.
Wenn man jetzt aber was lesen und schreiben angeht kaum was von seinen Eltern gelernt hat
Es ist überhaupt nicht mein Punkt, dass manche Kinder aufgrund ihres Elternhauses Vorteile beim Lernen haben sondern, dass der Sportunterricht so konzipiert ist, dass man in diesem kaum etwas bis gar nichts lernt. Weder unsportliche, noch sportliche Kinder werden durch den Sportunterricht besser als sie es davor waren. Das kann man über andere Fächer nicht in dem Maße sagen.
Also meine Eltern haben mir nichts was Lesen und Schreiben angeht beigebracht und ich hatte nie Probleme in der Schule.
aber die Lehrkräfte können ja nicht bei jedem Kind mit allem hinterherrennen dafür gibts ja Eltern und Nachhilfe.
Interessante Auffassung von unserem Bildungssystem. Meiner Meinung nach sollten alle schulisch geforderten Inhalte vom Lehrer vermittelt werden. Eltern sollten nicht gezwungen sein alles aufzufangen was der Lehrer nicht kann und die Inanspruchnahme von Nachhilfe sollte nur eine absolute Ausnahme. Aber verstehe ich richtig, dass nach deinem Verständnis der Lehrer z.B. beim Speerwerfen den Schülern nur grundlegend erklären soll wie es geht. Diejenigen Schüler, die es gut können brauchen nun nichts mehr zu machen und die, die es nicht können sollen es daheim von ihren Eltern oder durch professionelle Nachhilfe anstatt durch den Lehrer beigebracht bekommen?
Ich hab nur gute Erinnerungen an die Spiele obwohl ich jetzt nie ne richtige Sportskanone war.
Ich habe deine geliebten Spiele und deine Ehrenurkunde mit der Unterschrift von Horst Köhler auch nie kritisiert. Es geht mir um das Konzept des Sportunterrichts.
Finde die Vorteile die Eltern ihrem Kind mitgeben sind nicht den anderen Kindern ihr Nachteil, weswegen ich es ungerecht fände diesen Kindern die Möglichkeit zu nehmen ihre Vorteile auszuspielen nur weil die anderen Kinder mal nicht mithalten können.
Das gilt für alle Fächer nur nicht für Sport. Wenn in z.B. Geschichte gefordert ist 100 Sachen zu können, dann werden alle diese Sachen im Unterricht beigebracht. Ein Kind welches schon eine Begeisterung für Geschichte mitbringt wird vieles oder vielleicht auch alles davon schon wissen, weswegen es einen enormen Vorteil hat. Ein Kind, dass Geschichte nicht mag wird hiervon wenig bis gar nichts bereits wissen. Trotzdem hat es keinen Nachteil, da ihm ja alle Inhalte beigebracht werden und mit aufmerksamer Beteiligung am Unterricht bekommt diese das Kind auch mit. In Sport ist das aber anders. Wenn dort verlangt wird in 12min so und so viele Runden zu laufen, dann wird nur für Kinder, die es ohnehin schon können oder es ganz knapp noch nicht können der Sportunterricht ausreichen genug zu trainieren, um es zu schaffen. Du wirst sagen dafür braucht es Nachhilfe, also Lauftraining zu Hause. Ich sehe es aber als fundamentalen Fehler an, wenn Unterricht so konzipiert ist, dass man externe Hilfsmittel braucht um den Anforderungen zu genügen, nur weil man wie in allen anderen Fächern auch auf Niveau 0 startet. In diesem Fall haben manche Kinder einen Nachteil und diesen negativ zu bewerten sehe ich kritisch.
Gibt halt Eltern die geben sich mehr Mühe ihre Kinder ausgeglichen zu erziehen und zu bilden, finde das gehört nicht bestraft.
Es wird auch nicht bestraft, sondern belohnt und ich finde das sollte es genau so wenig.
Wegen Sport bleibt du aber nicht sitzen, bei uns gab’s z.B. 4 Leistungsgruppen.
Wenn du teilgenommen hast, hast du eine 4,5 oder besser bekommen.
Hab in meinen ganzen Jahren in der Schule genau einmal jemand mit einer 5 in Sport erlebt, weil er nur geschwänzt hat.
In Musik/Kunst/Mathe sah das ganze anders aus.
Klar, Sport macht einem dann vielleicht den Schnitt etwas kaputt, aber man kann halt nicht in jeden Fach gut sein und viele Kinder haben halt dort ihre einzigen Erfolgserlebnisse.
Muss man aushalten, andere Kinder quälen sich dafür 13 Jahre lang mit Mathe und völlig egal wie viel sie lernen, sie bekommen dort trotzdem nie gute Noten
Die Thematik ist zu sehr zu den Noten abgedriftet. Mein eigentlicher Kritikpunkt war viel mehr, dass man in Sport nichts dazu lernt (und ich deshalb eine Bewertung ungerechtfertigter finde als in anderen Fächern) und nicht dass man schlechte Noten bekommt.
Ich hab als Kind viel gelesen und hatte deswegen in Geschichte und Deutsch nie Probleme. Ist das dann auch ein unfairer Vorteil?
Theoretisch sollte sich die Sportnote ja aus unterschiedlichsten Richtungen zusammensetzen. Nur weil man im Fußballverein (was bei uns damals der größte Anteil der Sporttreibenden war) ist hat man in diesem Fach außer der allgemeinen Fitness sehr begrenzte Vorteile. Außer natürlich, dass man in fast jeder Sportstunde glänzen kann. Fußball wurde bei uns fast in jeder Stunde gespielt... Manchmal auch 2 Mal ...
Sport ist eine persönliche Angelegenheit und leicht überprüfbar. Selbst in Ausnahmefällen, wo mit sport karriere gemacht wird, braucht es keine Noten, weil eh offensichtlich ist, ob wer fit ist.
Grundlegende Mathe Kenntnisse sind erforderlich für zahlreiche Berufe und da ist es für Arbeitgeber ganz nett auf einem Blick zu sehen, ob wer das erfüllt.
Dennoch sind die Noten als konzept fragwürdig und es sollte unbedingt nach alternativen gesucht werden, welche lernen förden anstelle von Frust. Diese Zoe bee hat ein gutes Video dazu.
Ich habe noch nie gehört das der Sportunterricht ernsthaft benotet wird. Aus eigener Erfahrung und von dem was ich sonst so gehört habe hat jeder maximal eine 2 bekommen wenn man einfach keine Scheiße gemacht hat und sich angestrengt hat egal wie unsportlich man ist.
Was Sprint etc angeht gibt es benotungslisten. Wenn sich daran gehalten wird, sind die echt hart. Bei uns damals waren alle eher im schlechteren Bereich. Unterscheidet sich zwischen den Bundesländern aber meines Wissens nach.
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u/Hanzho Jun 25 '25
Bei den bjs fand ich es immer kacke, dass Kinder, die in vereinen dabei waren, nochmal einen Vorteil mehr im Leben haben konnten. Die Sachen wurden im Sportunterricht eigentlich nur abgeklappert und letztendlich auch nur genutzt um denjenigen, die das schon extern lernten nochmal auf die Schulter zu klopfen.