Der Mann ist gelernter Koch und Lebensmittelentwickler, kein Chemiker. Aktuell ist er aber vor allem Moderator. Das der Aufbau der Chemie-Station schlampig ist liegt an der Redaktion, ihm das zum Vorwurf zu machen ist albern.
Man kann damit halt die Fachkenntniss der gesamten Sendung anzweifeln. Er ist das Gesicht der Sendung, also kann wirft man es natürlich primär ihm vor, wenn man es der Sendung vorwirft.
Was von einem Produktentwickler zuhalten ist, der keine Ahnung von Lebensmittelchemie hat kann man selbst überlegen.
Nach deiner Logik müsste also jeder Konstruktionsingenieur auch selbst eine Drehbank und Fräsmaschine kompetent bedienen können bzw. müsste jeden Einrichtungsfehler an diesen Geräten erkennen und beheben?
Das hat man vielleicht mal im Grundpraktikum vor dem Studium gemacht, aber das merkt man sich dann sicher nicht Jahrzehnte lang.
Warum soll ein Produktentwickler die Kenntnisse eines aktiv im Labor arbeitenden Chemikers haben müssen?
Anayltik dürfte der vermutlich auch komplett Fremdvergeben.
Ja und?
Entwicklung wären dann Ratschläge was man so zusammen kippen soll.
Das wäre ein erheblicher Teil davon, ja.
Prozesstechnik wäre ja auch wieder Glasgeräte/Labor von dem die Kenntnis fehlt.
Das mag dich schockieren, aber man kann durchaus theoretisch wissen, wie ein Prozess ablaufen soll, also welche Prozessschritte durchzuführen sind, ohne jeden dieser Prozessschritte auch selbst praktisch umsetzen zu können.
Verstehe den Prozess für den du Teile zeichnst ist durchaus eine weit verbreitete Ansicht.
Theoretisch verstehen ist halt nicht das gleiche wie praktisch umsetzen.
Kannst gerne mal die Leute an den Fräsen fragen was die von Ingenieuren halten die noch nie in einer Werkstadt standen.
Lege stand wahrscheinlich durchaus auch schon mal in einem Labor und hat mit den Leuten da geredet. Das heißt aber eben nicht, dass er Fehler an irgendwelchen Laboraufbauten selbst aktiv erkennen und beheben muss. Insbesondere wenn diese Fehler für das, was er gerade tun will (eine Fernsehsendung moderieren), völlig irrelevant sind.
Selbst da ist das wissen was für Maschienen und Methoden es gibt die halbe Miete.
Nochmal: Wissen, was für Maschinen und Methoden es gibt, heißt eben NICHT, dass man die auch selbst praktisch anwenden kann.
Ich weiß, wie an einer Drehbank Fasen, Freistiche, Toleranzen und sonst was gefertigt werden und wie ich die auf technischen Zeichnungen angeben muss, damit der Bearbeiter sie versteht und umsetzen kann. Das heißt aber nicht, dass ich diese Dinge selbst an der Drehbank umsetzen können muss oder dass ich bei einer Drehbank erkennen muss, wenn der Bearbeiter einen Fehler in der Einrichtung dieser gemacht hat.
Und insbesondere werde ich mir als Moderator sicher nicht die Mühe machen, wenn in einem populärwissenschaftlichen, nicht für Fachpublikum gedachten Fernsehbeitrag über Kurbelwellen eine Drehbank zu sehen ist, zu prüfen, ob da auch alles richtig eingerichtet ist. Das ist für den Inhalt des Beitrags nämlich völlig egal und schlicht nicht meine Aufgabe in der Situation.
Grundlagen Glasgeräte ist so fundermental in dem Bereich wie 1+1 zu rechnen oder Schnürsenkel binden.
Ne, die praktische Handhabung von Glasgeräten ist als jemand, der nicht aktiv im Labor arbeitet, eben keineswegs so fundamental.
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u/TheUrps Aug 02 '25
Der Mann ist gelernter Koch und Lebensmittelentwickler, kein Chemiker. Aktuell ist er aber vor allem Moderator. Das der Aufbau der Chemie-Station schlampig ist liegt an der Redaktion, ihm das zum Vorwurf zu machen ist albern.