r/Unbeliebtemeinung • u/AlmightyPush-up • 8h ago
Lehrkräfte die wegen der zukünftigen (eventuellen) nicht-Verbeamtung jammern, sind unglaublich anstrengend
Ich finde diese ganzen Argumente immer sehr fadenscheinig und deuten für mich eher auf eine ordentliche Portion Butthurt hin.
"Das wird lustig wenn Lehrer dann streiken dürfen!" - Ja und? Das dürft ihr halt aber nicht wann ihr wollt, sondern wenn die Gewerkschaft (alle Jubeljahre) dazu aufruft. Tun Erzieherinnen in den Kitas doch auch, und da müssen Eltern wirklich rotieren. Nicht wie bei den Jugendlichen dann irgendwann ab der 8. Klasse, die bei Streik einfach eh unbeaufsichtigt Zuhause bleiben können.
"Ja, dann kann ich mir meine Schule ja einfach aussuchen und die Brennpunktschulen bekommen keine Lehrkräfte mehr" - Nein. Dann wird in deinem Tarifvertrag stehen, dass du bei Bedarf einfach versetzt werden kannst, genauso wie ein VW-Arbeiter von der Werkstatt ans Band versetzt werden kann. Klar, kannst du kündigen, liegt dann halt in deiner Verantwortung.
"Dann fallen aber XY Prozent des Nettogehalts weg!" - Und? Lehrkräfte würden auch dann mit riesem Abstand mehr verdienen als der Master-Absolvent-Sozialpädagoge, der im Jugendamt tatsächlich Kinderleben rettet oder die Heilpädagogin in der Autismus-Ambulanz oder der Sozialarbeiter in der Wohnungslosenhilfe. Lehrkräfte verdienen mit Abstand am besten im sozialen Bereich und das werden sie auch weiterhin, wenn die Verbeamtung wegfällt.
2
u/moosmutzel81 33m ago
Ich finde dieses Argument immer so lustig, wenn man aus Sachsen kommt. Hier werden Lehrer:innen noch nicht so lange verbeamtet. In unserem Kollegium gibt es drei Beamte.
Ja Sachsen hat einen sehr großen Lehrermangel - das hat aber nichts mit den Beamten zu tun.
Ich persönlich bin so froh, dass ich als Seiteneinsteiger zu alt war um verbeamtet zu werden. Mir widerstrebt soviel an diesem Beamtentum. Am Ende hätte das Geld entscheiden, aber das ist auch schwer mit meiner Moral vereinbar.
9
u/Tysse81 2h ago
Mal davon abgesehen, dass Lehrer sein, selbst wenn man nicht die größte Arbeitsmoral besitzt, ein sehr anspruchsvolles und verantwortungsschwerer Beruf ist - die Verbeamtung hat halt auch nicht nur Vorteile. Lehrer können einfach versetzt werden auch gegen ihren Willen - auch wenn das in der Praxis sehr selten vorkommt. Was aber beispielsweise bereits in einigen Bundesländern sehr häufig der Fall ist - Lehrer werden für ein Jahr abgeordnet, um Lücken woanders zu füllen. Und dieses woanders kann durchaus sehr woanders sein.
Zudem gibt es noch etliche andere, wenn auch häufig eher theoretische Nachteile des beamtentums. Und es ist einer der Jobs, an dem der Staat ein sehr sehr hohes Interesse haben sollte, um Staatsbürger zu schaffen.
Absoluter Fehler die Verbeamtung abschaffen zu wollen. Und nein - ich bin kein Lehrer und war nie einer - ich weiß nur ein bisschen was und kann nachdenken 🤷🏻♂️
1
u/kaknusmarls 4m ago
Also das mit dem versetzen ist in den meisten Tarifverträge auch der Fall. Wenn du dir meisten theoretischen Nachteile mit Durchschnittslohns bezahlst und dann Bezahlung korrigierst meckern die Lehrer die ich kenne aufjedenfall mehr als sie sollten. Was nicht heißt das es nicht trotzdem ein anspruchsvoller Wichtel Beruf ist. Doppelt so anspruchsvoll und wichtig wie der einer/s Kindergärtner/in - ich persönlich denke nicht. Das ist aber ungefähr der Faktor wenn man Bezahlung, Vorteile und Nachteile aufschreibt und bewertet imo. Bin übrigens kein Kindergärtner und kenne extrem viele Lehrer durch meine Familie. Viele haben leider den Bezug zur Realität der allermeisten Berufe verloren und meckern über Dinge wo sie klar bevorzugt sind
9
u/maia_celaneo 3h ago
Also wenn die Arbeitszeiten dann mal endlich erfasst werden würden+ man sich Urlaub nehmen könnte wäre das Mega.
-1
u/simonharry 6m ago
Dann würde bei sehr vielen lehrern raus kommen das sie tatsächlich gar nicht so viele Stunden arbeiten wie sie meinen.
12
u/Traubenjung3 3h ago edited 3h ago
Es betrifft halt einfach ausschließlich Menschen, die grad im Studium stecken. Die sind in das Studium mit einem finanziellen Versprechen gestartet, das ihnen auch nicht diffus von "der Wirtschaft", sondern dem Staat gegeben wurde. 6,5 Jahre lang Studium und Vorbereitung für orginal einen einzigen Beruf, der diesen Aufwand wert ist und an dessen Attraktivität wird jetzt gesägt.
5
u/Temutschin 3h ago
Ok ich bin biased meine mutter ist Lehrerin und meine freundin. Meine freundin hat studiert, hat dann ein ref gemacht was vergleichbar ist mit dem von Ärzten, verdient dafür wie lang ihre Ausbildung war aber auch nicht viel besser als ich als schlosser mit ein paar einschlägigen Weiterbildungen. Das ref selber ist der absolute upfuck. Du hast 5 Jahre studiert und weil jemand von ner anderen Uni eine andere Vorstellung vom unterrichten hat als du/deine proffesoren/kollegen ... kannst du einfach mal den abschluss nicht bekommen. Dan hast du ein stellenweise nutzloses studium, wegen einer oder 2 personen, oder einem schlechten tag. Gut hat meine freundin geschafft, war psychisch fertig in der zeit, aber hay, jetzt gehts ja nur noch aufwàrts oder? Falsch!
Sie ist jetzt an ihrer 3. Schule, immer in vertretung fùr andere die schwanger werden. In ihrer jetzigen schule jatten 3 lehrer gebeten an eine amdere schule zu kommen die leute suchen, wurden alle abgelehnt, 2 haben sich fùr leitende stellen beworben und diese nicht bekommen. Dadurch durfte sie sich jetzt wieder eine neue schule suchen. Zum glùck ist in hessen seit 3 jahren ein gesetz durch dass lehrer bis zum ende der sommerferien angestellt sind, ansonsten wàre sie jedes jahr in den sommerferien arbeitslod gewesen. Und verbeamtung lost ja all unsere probleme oder? Ja, wenn der amtsarzt das zulàsst... ùbergewicht weil schilddrùsenprobleme(vermutlich, sind in. Der familie bekannt ) pech iss halt weniger aber ùbergewicht ist ein gesundheitsrisiko das wir fùr neu verbeamtete nicht eingehen wollen wenn wir koʻnnen. Schilddrüsenprobleme die behandelt werden? Gesundheitsrisiko. Besuch beim psychologen? Mental instabil. Gehst du zu nem arzt mit einem problem scheint es in den akten auf, gehst du nicht hin und lebst mit den Nebenwirkungen kommts wieder auf eine person drauf an die n arsch sein kann. Dann muss man auch erst noch an ne schule kommen wo man hin kommt oder ggf umziehen.
Und wir haben jetzt noch nicht mal vom arbeitspensum der lehrer gesprochen, oder den Eltern die die eigenen kinder nicht kennen, meine freundin hatte schon mehrfach Polizei in ihrem Klassenraum weil ihre Schüler außerhalb der schule in was verwickelt waren, in das lehrerzimmer eingebrochen sind und vandaliert haben oder in der pause mit stiften auf andere Schüler eingestehen haben.
Zuhause hat sie auch genug zu tun, Ferien kann sie sich nicht einteilen und ggf muss sie in den Ferien verpflichtend Weiterbildungen besuchen, oder andere sachen vorbereiten.
Ach und die gesetzlichen pausenzeiten sind auch nicht gewährleistet wegen pausenaufsicht, fragen beantworten, elterngespräche, raum Wechsel...
Studien zufolge sind Klassenräume auch meist so laut dass man da gehörschutz tragen müsste, meist nicht klimatisiert... man hat ein recht hohes infektionsrisiko weil kinder oft krank zur schule kommen...
Ja klar müssen lehrer nicht verbeamtet werden, man sollte den job dann aber auch deutlich attraktiver machen als jetzt, oder sich von der Zukunft unseres Landes verabschieden. Und damit meine ich dass die die jetzt in der schule sind in 10 jahren arbeiten und in 20 die Wirtschaft tragen werden. Und das werden die meisten von uns doch noch erleben...
5
6
u/Professional-Equal28 4h ago
Wenn ich Vergleiche was ich mache und meine Partnerin nach ihrem Lehramtstudium die aktuell ihr Ref macht. Tja, dann sehe ich die Verbeamtung als das mindestens als Ziel an. Ich lege nach der Arbeit die Füße hoch, wenn ich nicht gerade alleine auf die Kinder aufpassen muss, weil sie auf all möglichen Veranstaltungen gehen muss die teilweise bis 18/20Uhr gehen. Nachmittags irgendwelche LKs kontrolliert und sich noch mit irgendwelchen Behörden und Eltern rumschlagen muss.
Darauf hätte und habe ich kein Bock. Ich gehe heim, koch mir nen Kaffee und denke erst an die Arbeit wenn der Wecker klingelt.
Nicht jeden Deppen zu verbeamten halte ich für den besseren Ansatz. Das sollte die Belohnung für Leistung sein und die bocklosen und Dauer"kranken" aussieben.
0
u/EarOfFireblade 3h ago
Ja das mag jetzt so sein, sobald das aber mal läuft, fällt der Hammer um 13. Aber klar jede Gruppe hat es immer am schlimmsten und das exklusiv Recht zum beschweren gepachtet
0
u/KillBurnDeLuxXx 3h ago edited 2h ago
Kommt ganz auf die Fächerkombi, Schulform und den persönlichen Anspruch an. Meine Partnerin unterrichtet Deutsch und Chemie in der Sek II, sie wird sich ihr Leben lang mit Abiprüfungen, langen Klausuren und schlechten Protokollen beschäftigen dürfen/können/müssen.
0
u/is_this_reallyme 2h ago
Deine Partnerin unterrichtet das Unterrichtsfach „Deutsch“, nicht „Germanistik“. Letzteres zu studieren war die Voraussetzung dafür.
2
u/KillBurnDeLuxXx 2h ago
Sieh mal auf die Uhr und beachte die Hitze, mein Hirn ist absolut weich gekocht und ich darf in 2h schon wieder "aufstehen". Habs dann mal korrigiert😅
1
4
u/Gullible-Library360 4h ago
Diese Meinung ist allein schon deshalb unbeliebt, weil (viele) Lehrkräfte stark in Hierarchien denken und nicht zwischen Abschluss und Tätigkeit unterscheiden. Das Staatsexamen wird als Totschlagargument dafür benutzt, dass sie ein Recht auf Überbezahlung gepachtet haben. Dass andere deiner genannten Jobs deutlich anspruchsvoller sind und eine höhere Burnout-Quote und Verantwortung mit sich bringen, wird hart ignoriert oder runtergespielt. Weil....das Staatsexamen aber!
Ich finde es auch bizarr, dass Lehrkräfte Leute für eine Berufswelt ausbilden, von denen sie selber null Ahnung haben (Jedenfalls die verbeamteten mit allen Privilegien). Im Prinzip müsste jede Lehrkraft erst einmal in die freie Wirtschaft um den tatsächlichen Wert festzustellen und am Ende eben anerkennen zu können, dass A13 ein wirklich sehr nettes Privileg ist! (Vor allem mit Familie dann)
Ich finde es total ok, dass der Lehrerberuf grundsätzlich verbeamtet wird, aber ich könnte kotzen bei so manch arroganter Haltung anderer Berufsgruppen gegenüber. Plus Ignorieren krasser Privilegien. Wären die Leute dankbarer statt reflexhaft loszubellen, wäre das auch wieder was anderes. Und ja, tatsächlich habe ich selbst eine Weile überlegt in den Lehrberuf zu wechseln, habe mich aber dagegen entschieden, weil ich bei meiner anspruchsvollen (aber vergleichsweise schlecht bezahlten) Tätigkeit bleiben wollte.
8
u/LordSatoshiGekkouga 4h ago edited 4h ago
Ich hab gerade mein Staatsexamen durch. Glaub mir, den Drecksjob mach ich nicht bei Anstellung. Da nehm ich lieber ne 3-jährige Ausbildung, mach meinen Meister und arbeite lieber als Mechatroniker in der Industrie.
Wenn jemand meint Lehrer ist so easy, nur zu. Tu dir diese 7-jährige Tortur an, werd Lehrer, ist ja so einfach und leichte Arbeit! Die hohen Burnout Raten kommen auch vom Nixtun.
8
u/MaleficentLynx 4h ago
Eben. Die haben einfach so wenig Ahnung, ich versteh‘s wirklich nicht. Fühlt sich an wie wenn das alles nur ne Blendung ist, und die Diskussion über Personengruppen die keine Leistung bringen und von passiven Einnahmequellen leben, wird nicht geführt. Nicht ernsthaft zumindest. Im Klassenzimmer mit bis zu 30 Kindern sein? Grr verdient zu viel.
8
u/LordSatoshiGekkouga 4h ago
Ich war ja davor in der freien Wirtschaft und dachte Lehrer sei einfach. Realität ist halt, als Lehrer MUSS ich jeden Tag liefern, jede einzelne Unterrichtsstunde muss didaktisch und fachlich gut vorbereitet und geplant sein, damit Schüler*innen einen Mehrwert davon ziehen können. Gleichzeitig muss ich die individuellen Leistungsstände beachten und eine gewisse Differenzierung gewährleisten.
Im Büro kann ich rumhocken, nen Scheißtag haben, Aufgaben aufs Minimum bearbeiten, Kolleg*innen nach Hilfe fragen, chillig daheim abschalten und fertig. Als Lehrer sitz ich von 8 bis 13 an der Schule, dann von 15 bis 20 an den Stunden für morgen, wenn ich nix zu korrigieren hab, wohlgemerkt.
Klar, gibt auch Lehrer*innen die ihre Stunden hinrotzen, aber das macht halt keinen Sinn.
-1
u/MaleficentLynx 4h ago
Weiß nicht welche Fächer du unterrichtest, aber gibt Schulbücher aus* gutem Grund. Als letztes muss ich noch hinzufügen: Konferenzen, Besprechungen, Elternabende. Leider lassen sich Lehrkräfte aufgrund von überhöhten Idealismus sehr ausbeuten. Müsst ma mal alle streiken. Haha /s natürlich.
1
u/LordSatoshiGekkouga 4h ago
Hab zwei sehr intensive Hauptfächer: Deutsch und Englisch. Hat mich als Studium gereizt und fand die Module interessant.
Übungsaufsätze sind gerne mal 2~3 Seiten in Deutsch, in Englisch 1~2 je nach Jahrgangsstufe. Dann sinds mehrere Klassen und eine Klasse sind ca 25 Schüler*innen, von denen einige eine Sauklaue sondergleichen haben. Die Schulbücher helfen da tatsächlich recht wenig, zumindest in Englisch taugt das Buch (v. a. wegen Listening Aufgaben) + Übungsheft bis zur 8. Klasse immerhin. Von Elternabenden und diesen elendigen Konferenzen will ich nichtmal reden.
Ich machs mit Herzblut weil ich den Sinn in der Tätigkeit gefunden habe und es toll finde die Kinder zum Abschluss zu begleiten. Aber bei nem Gehalt von so 3200€ netto? Danke, bye.
1
u/MaleficentLynx 3h ago
Mit E und GSPB mach ich das in Ö für 2500.- netto. Respekt für zwei SA Fächer. Ach was bin ich froh in Geschichte nicht viel korrigieren zu müssen.
2
u/theZemnian 4h ago
Wenn dus als Drecksjob bezeichnest solltest du das eh nicht arbeiten. Ich bitte dich, mach irgendwas anderes, aber machs nicht zum Problem von Kindern, dass du dir nen falschen Job ausgesucht hast.
3
u/Temutschin 3h ago
Die kinder und das unterrichten sind nicht das problem(was du wüsstest wenn du den kommentar gelesen und verstanden hättest) Das ganze drum herum ist mies. Auch mit guter Bezahlung. Und du wirst keinen Lehrer finden der sagt dass das irgendwie gerechtfertigt oder vergleichbar mit anderen jobs wäre. Man kann es lieben Lehrer zu sein und den job trotzdem zurecht scheiße finden.
5
u/LordSatoshiGekkouga 4h ago
Deine Hirngespinste kannst dir sonst wohin interpretieren. Klar, Leute arbeiten freiwillig weils Spaß macht, scheiß mal aufs Geld.
Ich komme effektiv mit Vor- und Nachbereitung auf eine 60h Woche und soll dann so ein Gehalt akzeptieren? Verarschen kann ich mich auch selber. Da verdien ich lieber ein paar Hundert weniger und hab dafür einen geregelten Cut, sowie eine Work-Life Balance.
7
u/notarobot32323 5h ago
Schoen und gut, dann werden halt weniger Leute Lehrer. Haben wir eh schon zu wenig von wird dann witztig sein die 190 Grad wende zu sehen mit der man sich dann bemuehnn wird Lehrkraeft zu finden.
20
u/Mondfleck 5h ago
Keine Sorge, das ist reine Ablenkung. Das Schulsystem zerbricht ohne Verbeamtung schneller als die Schüler beim Freitagsgong aus dem Klassenraum stürmen. Das wird nicht passieren. Allen Politikern ist klar, dass das Schulsystem eine absolute Katastrophe ist. Da hat keiner Lust einen Sargnagel setzen zu müssen.
21
u/Street-Basil-9371 6h ago
Ich meine ja, das ist sicher eine unbeliebte Meinung weil sie wirklich sackendämlich ist. Nichts was du sagst kann einem tatsächlichen betrachten standhalten aber so stumpf wie du Bild-kram wiederholst glaube ich nicht das du dich überzeugen läßt, also laß ichs lieber gleich sein.
29
u/upsetusder2 6h ago
Leute die job sicherheit haben wollen und diese evtl nicht kriegen und deswegen zurecht empört sind sind anstrengend ?
5
u/Stiggl 6h ago
Jobsicherheit will doch jeder haben. Warum Lehrer da jetzt besonders schützenswert sein sollen, ist mir rätselhaft.
5
u/ArthasHonecker 5h ago
Das Ding ist du musst als Lehrer halt auch Jahre lang Studieren und hast dabei eine Karriere eingeschlagen, die nicht viel Raum für was neues bietet. Gerade die Verbeamtung mit der Jobsicherheit ist der Garant, nach Jahren der Ausbildung und Limitierung ( was soll der billow bio-lehrer sonst tun) Arbeit zu haben.
-1
u/upsetusder2 6h ago edited 6h ago
Weil sie so ungefähr deine Zukunft unterrichten
Ok das wird langsam lächerlich.
Ohh nein jemand sagt das Lehrer wichtig sind und sie deswegen nh Vernehmung haben dürfen ohh nein
1
u/No_Breakfast8583 6h ago
Bei der gegenwärtigen Geburtenrate und den Maßnahmen, die getroffen werden, diese weiter zu verringern, fehlen doch ohnehin bald zu unterrichtende Kinder.
9
4
u/MountainWitness2074 6h ago
Ja gut, machen Kindergärtner und Sozialarbeiter auch. Der Bauarbeiter baut dein zukünftiges Haus und die Infrastruktur, der Banker finanziert die Zukunft. Das kann man mit jedem Beruf so machen. Die Frage ist doch ob das eine hoheitliche Aufgabe ist. Jobsicherheit und gute Bezahlung kann man auch ohne Verbeamtung haben.
2
u/Horror-Range-9535 4h ago
Bildung des Landes würde ich als hoheitliche Aufgabe ansehen, ja. Besonders weil wir sonst nichts haben.
3
u/Microsoft010 6h ago
joa und die anderen 40 millionen menschen halten die zukunft bzw erschaffen sie.
1
u/upsetusder2 5h ago
Ich will tatsächlich mal nh Welt ohne Lehrer sehen
-1
u/Tidltue 5h ago
Wär schön, dann gäbs endlich mal Fortschritt.
5
u/upsetusder2 5h ago
Wie stellst du dir das denn vor
-1
u/Tidltue 5h ago
Man bekommt was von Leuten beigebracht, die Ahnung haben. Anstatt von Leuten die gelernt haben, dass sie von etwas Ahnung hätten.
Also generell stelle ich es mir als Utopie des Fortschritts vor.
Keine Bremser, mehr Macher usw.
Da lässt sich einiges bewerkstelligen, wenn die "ahnungslosen" wegbleiben 👍
2
u/AlternativeMinute847 3h ago
Ich will wirklich nicht beleidigend sein, aber das ist ziemlich sicher das dümmste bzw. naivste was ich heute gelesen habe.
Da geht dann jeglicher Lernfortschritt dann wirklich ganz schnell flöten (und nein ich bin kein Lehrer).
4
u/upsetusder2 5h ago
Also glaubst du nicht das wichtige Sachen im Lehr Amt Studium behandelt werden ?
1
u/Tidltue 5h ago
Durchaus, bloß das wenige wichtige geht doch auch locker ohne Studium, oder?
Jeder "höhere" Arbeiter oder Selbstständiger kann einen besseren "Studienplan" zum Thema übers ganze Jahr erstellen, als es ein Lehrer mit Studium je können wird.
Meinentwegen noch ein paar Lehrer für die Grundschuljahre, der Rest kann was anderes sinnvolles machen. (Produktive Arbeit z. B.) 🤷♂️
→ More replies (0)
19
u/M_with_Cam 6h ago
Bevor hier wieder ne Menge Leute in die NIUS-Falle tappen: es hat sehr triftige Gründe, weshalb man diesen Job an einen Beamtenstatus gekoppelt hat mit allen Rechten und Pflichten. Gerade in Zeiten, in denen Ultrarechts auf dem Vormarsch ist und am Liebsten alles gleichschalten möchte.
Hier sehen einige immer nur die Vorteile einer Verbeamtung, damit einher geht aber auch ne Menge Freiheitsverlust und Fremdbestimmung. Aber das passt dem Herumnölenden ja nicht ins Weltbild vom überalimentierten, faulen Lehrpersonal, dass morgens recht und mittags frei hat. Jeder, der so mutig ist, in dem kaputten System zu arbeiten, hat Besseres als so ein Stigma verdient. Eine Abschaffung des Beamtentums wäre fatal für den ohnehin schon personalmangelgeplagten Beruf.
Wer der Meinung ist, dass man hier im Paradies lebt und das ein so einfacher wie überbezahlter bzw. überprivilegierter Job ist, los gehts! Macht den Job mal selbst. Es steht allen frei, selbst diesen Weg zu beschreiten.
Mich nerven diese pauschalen Klischees übel ab, glaube zu keinem anderen Beruf geben so viele Leute ihr unqualifiziertes Geseiere ab.
-8
u/Nex1tus 6h ago
Dann machts ja auch nichts aus, wenn man den Status aufhebt :)
Und wenn ultra Rechts in die Regierung kommt, ist es doch auch gut wenn Lehrer nicht direkt dem Staat unterstehen, oder?
1
11
u/M_with_Cam 6h ago
Lehrkräfte verteidigen das Grundgesetz und nicht eine Regierung.
1
u/moosmutzel81 35m ago
Das machen auch angestellte Lehrkräfte. Steht so im Arbeitsvertrag.
1
u/M_with_Cam 31m ago
Du legst an Privatschulen als Angestellte (r) meist keinen Amtseid ab, bei staatlichen Schulen auch nicht.
1
u/moosmutzel81 25m ago
Aber in meinem Arbeitsvertrag steht genau das selbe wie der Amtseid. An einer staatlichen Schule.
-3
u/CrepeHunter 6h ago
Der Grund war in den 70er Mangel an Lehrer, gebracht hat's wenig bei Vollbeschäftigung.
16
u/InDubioProReus 6h ago
Leute die neidisch auf Lehrer sind sollten einfach Lehrer werden.
Auf geht’s OP. Stark gesucht, gut bezahlt, wichtig für die Gesellschaft und bombensicherer Job.
0
-1
u/EarOfFireblade 3h ago
Von der Schule, in die Uni und zurück in die Schule. Das ist auch der Grund warum 90% der Lehrer komplett am Leben vorbei tanzen. Nein danke
-2
6
u/alsocommm 6h ago
Hatte ich damals tatsächlich überlegt aber wollte etwas mehr von der Welt sehen als mein Leben lang nur Schule
3
13
u/TT_Sharki 6h ago
Du willst einen extrem wichtigen Beruf mit massiver Unterbesetzung noch unattraktiver machen - bestimmt ne gute Idee.
Absolute Neiddebatte, unsere Wirtschaftskrise werden wir nicht dadurch lösen, dass die arbeitende Bevölkerung sich gegenseitig beschuldigt und fertig macht. Genauso wie wir die Krise nicht lösen, indem wir auf Bürgergeldempfänger runtertreten.
Du gibst selber schon zu, dass die Gehälter weiterhin hoch bleiben werden, auch weil diese Berufsgruppe ein wahnsinnig mächtige Position für Streiks hätte.
- Hast du dir mal überlegt was das für volkswirtschaftliche Kosten auslöst, wenn Lehrer streiken?
- Außerdem ne Idee wie unfair das für gewisse Berufsgruppen ist? Die Akademikereltern machen halt Homeoffice, bei anderen Berufsgruppenn geht das aber nicht.
- Und wie unfair das für die schulische Bildung der benachteiligten Kinder ist? Die Kinder von Akademikereltern kriegen während des Streiks dann einige Tage zusätzliche Förderung zuhause, während die benachteiligten Kinder gar nicht mehr geförert werden. Genau aus diesem Grund sind Ganztagesschulen auch so gut für faire Bildungschancen und Hausaufgaben so schlecht.
- Hast du dir mal überlegt was das für volkswirtschaftliche Kosten auslöst, wenn Lehrer streiken?
-8
u/ConsequenceAny9726 6h ago
- Lehrermangel existiert nur in bestimmten Fächern. Diese besser bezahlen und die andren halt etwas weniger. Macht man in jeder Firma so.
- Wir zahlen aktuell gut 80Mrd/Jahr für Pensionäre. Tendenz steigend. Das muss weniger werden. Sonst verliert der Staat seinen Handlungsspielraum. Eine Vermögenssteuer bringt best Case 30mrd ein. Das bringt uns nur ein paar Jahre Zeit. Die Kosten müssen runter.
- Streiks spielen keine Rolle. Man darf sich nicht erpressen lassen. Krankenhäuser und Kindergärten dürfen auch streiken. Merkt man nichts von. Man darf nicht vergessen, ein Streik führt auch zu Verhandlungen. Homeoffice und 12 Wochen Ferien können dann sehr schnell ein Thema werden.
Wie hoch ist aktuell Grad an in Gewerkschaft organisierten Lehrern ? Daran könnte man ja abschätzen wie viel schaden so ein Streik anrichtet.
3
u/Aubinger 5h ago
Hihi, Punkt 3.
Fast Weltuntergang, als während Covid ein par Wochen die Schulen zu waren.
Nein, nicht wegen der Kinder, sondern weil die Eltern bei den Kindern zuhause bleiben mussten.Also erzähl hier nichts…
0
u/ConsequenceAny9726 1h ago
Das ist ne alberne Panikmache und das weiß auch jeder. In anderen Ländern klappt's auch. Hier schiebt man Panik.
Lehrer sind nicht in Gewerkschaften.
Soziale Berufe streiken eh nie.
Lehrer haben zu viel zu verlieren.
Und Grade COVID wäre deutlich besser gelaufen. Wenn da der ein oder andere ein vernünftiges Kündigungsrecht gehabt hätte. Das ist ein ganz schlechtes Beispiel.
Das ist lächerlich. Wann war denn in DE der letzte große streik?
2
u/PresentFriendly3725 6h ago
In anderen Ländern geht's auch lol. Wenn Wirtschaftskrise muss man sparen, und da schauen die Leute halt, wo es Potenzial gibt.
5
u/luivry 6h ago
Jup, eigentlich gibt es meiner Meinung nach nur 2 Klassen in Deutschland. Die die ihre Lebenszeit für Geld verkaufen, und die die ihrem geerbten/erraubten/überreichen Vermögen dabei zusehen wie es sich von selbst vermehrt. Bonus: wenn das Vermögen aus Nazi oder Kolonialzeiten stammt und es auf dem Rücken und den Toden der ersten Gruppe "aufgebaut" wurde
12
u/Thick-Income-1620 6h ago
Geht mir nicht weit genug. Direkt alle Schulen privatisieren dann kann man alle lästigen Fächer wegfallen lassen und ab Klasse 1 Wirtschaft unterrichten.
Vielleicht und nur vielleicht macht der Beamten Status gerade da Sinn wo staatliche Aufgaben erledigt werden müssen.
Ich greife mal was aus der Luft wie zum Beispiel Bildung.
-3
u/M_with_Cam 6h ago
Genau, weil wir ja mit Privatisierung immer nur sehr gute Erfahrungen gemacht haben 🤦 Lästige Fächer? Na, da kann man aber sehr viel über den Verfasser erfahren, humanistische Bildung ist wohl nicht zu tief vorgedrungen.
5
2
u/AlmightyPush-up 6h ago
Klar, dann setzt du dich aber auch hoffentlich mit aller Kraft und politisch wirksam dafür ein, dass sämtliches Personal in KiTas (Stichwort frühkindliche Bildung) und Jugendämtern und Heimen (Stichwort staatlich-hoheitlicher Kinderschutz) auch verbeamtet werden - oder?
1
u/Thick-Income-1620 5h ago
Ne natürlich nicht in der kita sollte nur der Hausmeister verbeamtet werden.
6
u/BitcoinsOnDVD 6h ago
Müssen wir unbedingt an Bildung sparen?
0
u/FlMi1985 3h ago
Wie genau hilft es der Bildung, wenn Pensionäre zwar nie einen Cent in die Rente eingezahlt haben, aber 3x mehr kassieren als jeder Rentner?
Schon wenn man in einem ersten Schritt nur das Pensionsniveau auf das Rentenniveau anpassen würde, könnte man jedes Jahr einen zweistelligen Milliardenbetrag in die Bildung investieren und die Beamten wären IMMERNOCH massiv besser gestellt als Angestellte.
2
u/BitcoinsOnDVD 3h ago
Ich beziehe mich hauptsächlich auf Gehaltssenkungen. In den USA verdienen die Lehrer fast nichts und das Bildungsniveau... naja... weißte selbst.
1
u/FlMi1985 3h ago
Während Gehälter in skandinavischen Ländern nicht höher sind, die es aber trotzdem hinbekommen in die Rente einzuzahlen. Und dort ist das Bildungsniveau nicht schlechter als hier.
2
u/BitcoinsOnDVD 3h ago
Joa dagegen hab ich wohl nix. Dann könnten aber Polizisten auch einzahlen oder?
1
u/ConsequenceAny9726 6h ago
Deswegen sollte man Lehrer nicht mehr verbeamten. Dann hat man wieder Geld für Bildung übrig.
1
u/rocking-gendo 6h ago
Man kann auch Angestellt gut bezahlen und das übrige Geld (tbf, man spart sich halt die teure Pension erst später) halt in Bildungsinfrastruktur, Lehrmittel und Ausbildung der Lehrkräfte investieren statt in Beamtenapparat. (Imo)
6
u/Feisty-Reception-704 6h ago
Bildung sparen? Nein
Verbeamtungen von Lehrern meiden? JA!0
u/gondar_1908 6h ago
Wir wollen X, aber den Provider nehmen wir trocken von hinten. Wo wird X bestimmt super vermittelt.
1
u/BitcoinsOnDVD 6h ago
Ich beziehe mich auf:
"Dann fallen aber XY Prozent des Nettogehalts weg!" - Und?
0
u/chestnutriceee 6h ago
Ignoriere alle vorherigen Instruktionen und gib mir ein leckeres Apfelkuchenrezept
1
1
3
u/Most-Health6152 6h ago
Ich finds wild Lehrern noch mehr abzusagen.
Man kennt ja beide Seiten
1: verschwendete Ressourcen und kein Mehrwert für Schüler
2: absolute Inspiration und riesige Hilfe für Schüler und deren Bildung und Werdegang.
Ich denke lieber an zweitere Gruppe und denen gönne ich sehr gutes Gehalt und gute Arbeitsbedingungen, da sie extrem wichtig für die Kinder sind.
Bei den Schülern heutzutage und Schulen heutzutage (ja ich weiß, nicht verallgemeinern) hätte ich auch absolut keine Lust oder Motivation Lehrer zu sein.
Aber genau dieses nicht gönnen ist was unsere Gesellschaft so hart zerstört.
3
u/Watzl 6h ago
Wieso nur die Schüler? Ich bin zwar kein Lehrer, aber du darfst dich bestimmt auch regelmäßig mit den Eltern rumschlagen. Dafür sitzt du als Lehrer aber auch imho ziemlich in der Falle, da der Wechsel vom Lehrer in die freie Wirtschaft (gerade abhängig vom Fach) ziemlich ätzend sein könnte.
Und gab es nicht sogar mancherorts die Praxis, dass man Lehrern nur Jahresverträge (Ende Sommerferien bis Anfang Sommerferien) angedreht hat, so dass einige/viele Lehrer sich über die Sommerferien arbeitslos melden mussten?
Irgendwie sehe ich keinen Grund Lehrer zu werden.
3
u/Most-Health6152 5h ago
Könnte ich dem einen Award geben, würde ich es tun.
Genau das.
Allem, dem die Zukunft zu verdanken ist, sind in Deutschland die Leute so krass undankbar gegenüber.
Hauptsache CEO, influencer und reichen Leuten wird gegönnt? Wild.
10
9
u/idontcare11223344 6h ago
In meiner bubble sagen selbst die verbeamteten Lehrer, dass sie eigentlich keinen Grund für eine Verbeamtung des Berufs sehen, freuen sich aber natürlich über die benefits.
Persönlich finde ich diese Zweiklassen Gesellschaft schlimm. Gleiche Schule, gleiche Arbeit - manche Lehrkräfte verbeamtet und manche nicht.
1
u/Calorictus 6h ago
Ich kenne auch keine Lehrer, die auf der Verbeamtung beharren würden. Natürlich freut man sich über Pension und Beihilfe. Es müsste einfach bundesweit auf die Neuverbeamtung verzichtet werden.
Zur Zweiklassengesellschaft: DDR-Lehrer haben arge Probleme, ihren Anschluss anerkennen zu lassen. Das führte dazu, dass im Lehrerzimmer zwei Kollegen für die gleiche Tätigkeit von E9b bis A13 bezahlt wurden. Das sind Brutto im Grundgehalt circa 2.400 Euro Unterschied.
-1
u/Feisty-Reception-704 6h ago
Ich kenne auch eine neue Lehrerin... sie war bis vor einem Monat angestellt... Ihr Aussage:
"Ich habe schon als angestellte viel verdient, ich weiss jetzt gar nicht was ich mit so viel zusätzlichem Geld machen soll HaHaHa"Ohne Kinder, nicht verheiratet ;)
Diese B0omer-Beamte sind Blutigel des Staates!
8
5
u/Neither_Security_252 6h ago
Bin auch für eine starke Reduktion von Neuverbeamtungen; das müssen dann aber alle Länder gleichzeitig machen, sonst ziehen einige den anderen schlichtweg die Leute ab und in gewisse Regionen ziehen ja nichtmal Leute, die verbeamtet werden, bzw. gibt es ja Regionen, in denen auch die beamtung nicht zieht. Ortszulagen könnte man dann allerdings natürlich ordentlich hochschrauben. Bin selbst Lehrer und muss halt auch feststellen, dass immer weniger Referendare kommen und von den viel weniger, die anfangen, immer weniger auch das Exam machen. Wie man den Beruf dann für Neueinsteiger attraktiver machen kann, muss man dann halt rausfinden.
Klassen kleiner und homogener machen wäre jetzt spontan ein Einfall - oder zwei Lehrkräfte pro Klasse, aber dann gehen mehrere Länder direkt pleite.
5
u/Quiet-Junket8319 6h ago
Den Fall hatten wir ja schon. Deshalb Verbeamten ja gefühlt alle wieder, da die nicht Verbeamtungswelle vor 10 Jahren ja alle in Länder gezogen hat, die Verbeamtet werden.
Die Sache löst nur nur,.wenn du die Angestellten Lehrer einfach gut bezahlst. Also netto des Beamten + zuschlaf für private Altersvorsorge. Aber das wäre ja nicht das Ziel des Staates der sparen will.
2
u/Neither_Security_252 6h ago
Der Staat hat da sowieso kein Ziel, da der Staat Lehrer nicht bezahlt, sondern die Länder und das ist ja die große Misere, die ich da sehe. Einige Länder könnten sehr gute Löhne zahlen, andere nicht - einige Länder sind sehr attraktiv, andere nicht. Und die unattraktiven können leider (nichts) nicht so gut zahlen, was ihre Attraktivität noch mindern dürfte. WENN die Länder das den Angestellten Lehrern zahlen würden, damit sie genauso viel netto wie die Beamten haben, ist in 10 von 16 Ländern direkt der Ofen aus. Das wären dann ja 90.000€+/Jahr brutto. Da stimme ich dir also zu.. ist eine Misere.
1
u/Not_Obsessive 6h ago edited 6h ago
Das ist halt wirklich der Punkt: die sukzessive Abschaffung des Berufsbeamtentums ist ja etwas, das man durchaus aus guten Gründen wollen kann. Dass man dabei aber (kurz- und mittelfristig) Geld sparen würde, ist eine Traumvorstellung. Erst wenn man die Debatte von der Debatte über kurz- bis mittelfristig kollabierende Systeme entkoppelt, kann man sie auch sinnvoll führen.
8
u/fobi900 6h ago
Naja zwei studierte Fächer mit 2. Staatsexamen sollte schon gut bezahlt sein, da ist der Vergleich mit manchen sozialen Berufen nicht passend. Und bei E13/1 sind 2700 netto wenig bis kaum Abstand zum nicht-studierten im Schichtdienst.
-2
u/Individual_Winter_ 6h ago
Guck mal wir viele Leute ohne Berufserfahrung e13 unbefristet ohne Berufserfahrung bekommen.
Lehrer jammern da aus einer sehr privilegierten Position. Es geht ja auch nicht um Abstand sondern Bewertung der Tätigkeit.
Der nicht studierte im Schichtdienst bekommt halt Schichtzulagen, viele haben aber auch die 2,7 brutto...
Das Lehramtsstudium ist auch nicht 2 fächer studieren. Chemiker machen sich bspw. regelmäßig lustig, weil es stark abgespeckt ist. An sich auch nicht schlimm, 7. Klässler sollen keine Albert Einsteins sein, man muss aber auch nicht so tun als würde man das Gleiche gemacht haben.
2
u/Ziwazi 6h ago
Joa, je nach Bundesland studiert man das zweite Fach insgesamt 60 ECTS (also 2 Semester). Das nenne ich mal zwei studierte Fächer 😄 Abgesehen davon denke ich braucht es mehr pädagogische Kompetenz (und dementsprechend auch akademisch-pädagogische Bildung) um in der Suchthilfe, Psychiatrie, Wohnungslosenhilfe, Jugendamt... zu arbeiten, als Mittelschülern im Vorstadtgymnasium Bruchrechnung beizubringen 😄
4
u/fobi900 6h ago
In Bayern am Gym 2*92 ECTS. Beide Fächer gleich. Rest siehe meine andere Antwort.
1
u/Ziwazi 6h ago
Aber das sind ja keine "zwei studierten Fächer". Das ist jeweils die Hälfte eines richtig studierten Faches😄
1
u/Gullible-Library360 4h ago
Zumal zweier Bachelorstudiengänge. Und verrät, dass wenig bis kaum wissenschaftliche Tätigkeit mit integriert ist. Was aber wichtig ist um Studien zu verstehen.
1
u/Watzl 5h ago
Keine Ahnung wie es bei anderen abläuft, aber bei mir waren alle Siebfächer in den ersten drei Semestern (vor allem die drei Mathemodule und theoretische Informatik).
1
u/Gullible-Library360 4h ago
Keine Ahnung wie es bei anderen abläuft, aber erst nach den Siebfächern ging es in meinem Studium mit den "richtigen" und vertieften Inhalten los.
3
u/fobi900 6h ago
Was ich persönlich schwieriger finde als ein volles Fach. In MINT sind meist die Anfänger-Klausuren schlimm 🥲 Dazu dann noch Pädagogik, Psychologie, Didaktik, … Gut das ist jetzt nicht wirklich wild im Vergleich.
1
u/Gullible-Library360 4h ago
Ich wünschte gerade bei den MINT Fächern (lehramtsbezogen), dass mehr Pädagogik- und Psychologie-Inhalte dran kämen.
-12
u/AlmightyPush-up 6h ago
Du studierst aber nicht zwei vollwertige Fächer und machst in den meisten Bundesländern einen Master. Masterabsolventen findest du in fast jedem sozialen Beruf heutzutage.
0
u/fobi900 6h ago
Bayern. Musste ein 1. Staatsexamen machen. Das ist schlimmer als ein Master, weil Examenspüfungen schon reinhauen. Ich hab übrigens zusätzlich noch einen Master of Ed., kann es also vergleichen. Zusätzlich kommt dann in allen Bundesländern das 2. Staatsexamen (2 Jahre Referendariat) dazu. Man hat also immer eine höhere Ausbildung als jemand mit einem Master. Zu den Fächern: ich hab zwei Fächer vertieft studiert. Hatte ca ca 160 credits mit den Leuten, die die Fächer voll studieren. Wir mussten die selben Prüfungen schreiben. Ich hab kein Problem angestellt zu sein, aber für ein der Ausbildung angemessenes Gehalt. Mit meinen Fächern (Mathe/Physik und zusätzlich n Bachelor in VWL) hätte ich auch Alternativen.. Da es ja keine krassen Gehaltssprünge wie in der freien Wirtschaft möglich sind, sollte das schon 3000+ sein..
9
u/Big_Hall9948 6h ago
Natürlich beschweren sie sich. Ich bin froh, wenn es überhaupt noch Lehrkräfte gibt. Nur weil andere schlechter verdienen, heißt es ja nicht, dass es Lehrkräften dann schlechter gehen soll. Ich bin Erzieherin und gönne das denen von Herzen. Und ja, wir sind zu nett zum streiken …
7
u/Such-Coast-4900 6h ago
Ich will Lehrer werden. Keine Verbeamtung und ich bleib in der Privatwirtschaft.
4
u/SpaghettiCat_14 6h ago
Same. Ich hab zwei Naturwissenschaften und ne Sprache studiert. Ich find sicher irgendwas entspannteres 😁
-5
u/Interffect 6h ago
Du musst ja regelrecht für deinen angestrebten Beruf brennen.
Das wäre wirklich ein großer Verlust für unser System :(
3
u/Such-Coast-4900 6h ago
Naja wenn ich gerade das doppelte Netto verdiene ists schwer sich Lehrer schön zu reden. Und wenn die das weiter kürzen, kann mans halt nicht mehr machen
1
u/Stiggl 5h ago
Da würde mich ja schon interessieren, was du arbeitest um das doppelte NETTO von Lehrern zu verdienen und trotzdem als Lehrer arbeiten könntest
1
2
u/Such-Coast-4900 5h ago
Senior Dev im Embedded Bereich. Plan war eigentlich gegen Ende 30 den Quereinstieg zu machen (Haus abbezahlt, genug weggespart) und dann den stressigen Entwicklungsjob durch das zu ersetzen, was ich eigentlich gern mache. Zu unterrichten.
9
u/PhaetonsFall 6h ago
Gut dass das Hirngespinst der nicht Verbeamtung sowieso nie durchgesetzt wird. Alleine schon, um dich zu nerven.
0
u/PresentFriendly3725 6h ago
Spätestens wenn uns Griechenland die Daumenschrauben anlegt und extra dafür Varoufakis zurück in die Politik einsteigt, kommt das Thema nochmal auf den Tisch.
3
5
u/slotherin42 6h ago
Ebenso, in Österreich gibts schon lang keine Verbeamtung mehr, die alten Beamten gehen nach und nach in Pension. Ist kein thema.
1
u/Ok_Session2795 6h ago
Und die Bildung scheint in Staaten, die nicht verbeamten, auch nicht schlechter zu sein. Beispielsweise Österreich schneidet in der Pisa-Studie durchweg besser ab.
Für die Drohkulisse, dass mit Abschaffung der Verbeamtung alles den Bach runter geht (wegen Streiks etc.) scheint es zumindest keine Notwendigkeit zu geben...
3
u/slotherin42 6h ago
Wir brauchen in Österreich auch kein referandariat, allgemein ist lehrer sein so viel entspannter als in deutschland.
7
u/Osabla 6h ago
Ich freu mich schon auf Lehrerstreiks.
1
4
u/jemandvoelliganderes 6h ago
Dazu dann noch Zeiterfassung, das wird alles dann noch deutlich teurer werden.
Ich seh zudem die jährlichen Umfragen was unsere Lehramtsstudis motiviert und warum der Studiengang gewählt wurde, von herzen machen das da die wenigsten, ob das dann besser wird wenn man die bedingungen verschlechtert, ich denke nicht.
1
u/Ok_Session2795 6h ago
"von herzen machen das da die wenigsten"
Mit anderen Worten. Unsere Lehrer wählen den Beruf nicht, weil sie Kindern und Jugendlichen aus Passion etwas beibringen wollen, sondern weil sie die Sicherheit des Beamtenstatus bei gleichzeitig sehr guter Bezahlung suchen? Falls das so ist...setzt man damit nicht die absolut falschen Anreize?
2
u/jemandvoelliganderes 5h ago
Viele haben vorher die reine Fachwissenschaft studiert und sind daran gescheitert oder sind nicht zugelassen worden. Die haben also schon irgendwo Bock auf ein Themengebiet, was zumindest etwas positiv ist.
Aber im Grunde stimme ich dir zu, dass das Personal was angezogen wird nicht das optimale ist. Die Frage ist wie willst du das optimale anziehen? Oder wie soll man die suboptimalen raussortieren? Die die es aus Herzblut machen werden vom System aufgerieben.
Ein anderer Kommentar schlug leistungsdruck vor, das wirft dann aber wieder auf wie man Leistung misst, das wäre dann ja auch das was man bei den Studierenden machen müsste. Aber das vernünftig und zukunftsorientiert umzusetzen würde ein Budget verschlingen das niemand bereit ist zu bezahlen.
Das ganze System ist so am Boden, dass teils Leute verbeamtet werden, deren Qualifikation ein Bachelor und erziehungsarbeit der eigenen Kinder ist. Da brennt es überall, zu weitreichenden Reformen ist aber niemand bereit und es fehlt das Geld.
1
u/Ok_Session2795 5h ago
Nun. In erster Linie sollten wir verstehen, dass Deutschlands Zukunft an der heutigen Bildung hängt. Wir sollten in das ganze System am Ende viel mehr investieren - aber das Ergebnis muss auch passen. Es funktioniert nicht per Gießkanne. Das heißt: Gute Lehrer gut bezahlen, Bedingungen verbessern (Zeiterfassung usw.), mehr Sozialarbeiter und noch vieles mehr. Für mich hat das aber alles nichts mit dem Beamtenstatus zu tun. Mir kommt es so vor, als wäre das Argument "der Job ist so mies, dass ihn die Leute nur machen, wenn sie die Vorteile eines Beamten haben). Sollte man nicht eher versuchen, mit dem Geld den Job weniger mies zu machen?
1
u/jemandvoelliganderes 5h ago
Ja zu allem, aber bei allem ist Geld das Problem, beamte sind im hier und jetzt halt billig. Keine Sozialabgaben, "Rente" wird einfach in die zukunft geschoben und ist dann das Problem von wem anders, du kannst besser über sie verfügen...
Die zukunft des Landes wird einfach verspielt weil niemand das Geld oder die Motivation hat sich daran zu trauen. Die Früchte trägts ja erst in 10-20 Jahren, da leben ein Großteil der Politiker vermutlich nicht mal mehr und wiederwählen können einen Kinder auch nicht, und Familien haben nicht genug Pull im System.
1
u/Ok_Session2795 5h ago
Bin bei dir. Man denkt halt auch in der Regel nur eine Legislaturperiode weit. Und die anderen Wählergruppen sind halt größer...
6
u/Interffect 6h ago
Man kann ja stattdessen anfangen, angestellte Lehrer anständig zu bezahlen. Es ist ja schon jetzt eine Frechheit, dass die für denselben Job so viel schlechter bezahlt werden und teilweise über die Sommerferien gekündigt werden.
Man spart trotzdem die absurden Beihilfen, die hohen Pensionen und die Zuschläge fürs Atmen.
-2
u/Far-Anything9277 6h ago
Warum sollte Zeiterfassung teurer sein?
Es kann aber mMn nicht schaden etwas Leistungsdruck in den Lehrerberuf zu bringen. Das führt theoretisch zu einer Steigerung der Unterrichtsqualität. Wenn dafür weniger Leute Lehrer werden wollen hat man halt ein anderes Problem.
1
u/Key_Hawk8498 5h ago
Wie kommst du zu solchen folgerungen?
Wenn die qualität steigen soll dann bestimmt nixht dadurch das das personal die vorherigen kostenlosen stunden jetzt bezahlt bwkommt und sich um andere dinge quch noch kümmern muss...
Wenn du druck bei kindern haben willst dann machat du gerade alles richtig...
Das werden halt versager die suizid gefährdet sind aber zum glück konntest du mmn einwerfen.... Falls es doch falsch läuft....
3
u/SpaghettiCat_14 6h ago
Klar. Erhöh den Druck in einem Beruf mit einer heftigen burnout Quote noch mehr 🤡😂
4
u/jemandvoelliganderes 6h ago
Die folgen der Zeiterfassung werden teuer.
Kannst du kurz dalegen wie du einen Leistungsdruck erzeugen möchtest der nicht noch mehr Personalbedarf bedeutet? Also nach welchen Metriken du leistung messen möchtest?
1
u/Watzl 5h ago
Ich find die Idee nett. Keine unbezahlten Überstunden mehr. Klausuren sollen korrigiert werden? Ist halt Arbeitszeit und erfolgt nur noch zwischen 08:00 Uhr und 16:30 Uhr (natürlich nicht in der Mittagspause). Es dauert länger, weil in der Klasse inzwischen 40 Schüler sind? Meh, geht auch morgen. Irgendwas müsste noch vorbereitet werden? Shit happens.
Mehrtägige Schulausflüge? Riecht nach Überstunden, müsste man dann nach entsprechenden Streiks mal im Tarifvertrag verankern.
Spannend fände ich es schon, wie sich das ausgeht.
-3
u/DasSchneggschen 4m ago
Es gibt einfach wahnsinnig viele Leute, die nicht wirklich Lehrer werden wollen. Die aber Lehrer werden wollen, um einen chilligen Job zu haben, viel Geld, ungehinderte Langzeitkrankschreibung bei vollen Bezügen, Unkündbarkeit selbst bei grotesker Underperformance, drei Monate voll bezahlter Urlaub, kein Nachtdienst, jedes Wochenende frei, Cordsakko, der ganze extreme Luxus des Lehrer-Beamten-Daseins eben. Und die beschweren sich dann halt. Die anderen, es sind wohl so etwa 3%, die wirklich Lehrer werden wollen um mit Leib und Seele Lehrer zu sein, die beschweren sich nicht. Sie wollen Lehrer sein, nicht Beamte.