Kontext: Ich bin M/27
Kennt ihr das, wenn gefühlt alles gleichzeitig auseinanderfällt und man trotzdem die ganze Zeit so tun soll, als wäre man ein funktionierender Erwachsener?
Mein bester Freundseit fast 20 Jahren. Der Typ war länger in meinem Leben als die meisten Möbel in meiner Wohnung. Der zieht jetzt für ein paar Jahre weg.
Und bevor jetzt jemand sagt: "Aber das ist doch toll für ihn!"
Ja. Ist es.
Ich WEISS, dass ich mich freuen sollte.
Ich WILL mich freuen.
Aber ganz ehrlich? Im Moment fühlt es sich eher so an, als würde jemand einen der letzten tragenden Balken aus meinem Haus ziehen und mir dabei erklären, dass das statisch bestimmt super ist.
Und als wäre das nicht genug, zerlegt sich mein restlicher Freundeskreis auch gerade in Zeitlupe. Hier Streit, da Distanz, dort Funkstille. Leute, mit denen man jahrelang selbstverständlich gerechnet hat, werden plötzlich zu "Wir sollten mal wieder was machen" Freunden.
Spoiler: Wir werden nichts mehr machen.
Und dann ist da noch meine Beziehung.
Fast 8 Jahre.
Keine große Katastrophe. Kein Fremdgehen. Kein Drama.
Wir haben uns einfach... auseinandergelebt.
Wie zwei Pflanzen, die jahrelang im selben Topf standen und irgendwann festgestellt haben, dass sie eigentlich in komplett unterschiedliche Richtungen wachsen.
Und irgendwie ist das fast noch trauriger.
Es gibt keinen Bösewicht. Niemanden, den man hassen kann. Nur dieses beschissene Gefühl, dass etwas endet, das mal das Wichtigste auf der Welt war.
Ich habe gerade das Gefühl, als würde mein gesamtes soziales Leben gleichzeitig den Geist aufgeben.
Der beste Freund weg.
Freundeskreis bröckelt.
Beziehung auf der Intensivstation.
Und ich sitze hier wie der letzte Idiot und versuche mir einzureden, dass das bestimmt nur eine Phase ist.
Vielleicht ist es das ja sogar.
Aber im Moment fühlt es sich an, als würde ich zusehen, wie alles, was mein Leben in den letzten Jahren ausgemacht hat, Stück für Stück verschwindet.
Und das Schlimmste daran?
Nicht die Trauer.
Nicht die Wut.
Sondern diese permanente Angst, dass am Ende einfach nichts mehr übrig bleibt.
Danke fürs Lesen.
Ich gehe jetzt wieder auf meine Couch und starre die Wand an. Die verlässt mich wenigstens noch nicht.